Vita
Frauke Jörns
Pianistin und Klavierpädagogin
Frauke Jörns, geboren in Berlin am 27.04.1968, wuchs in einer Musikerfamilie auf. Ihre Eltern, Helge Jörns, Komponist und Tonmeister und Rotraud Puschmann, Flötistin und Pädagogin, gaben ihr und den beiden Schwestern von klein auf Einblick in ihr umfangreiches Arbeitsfeld, zu dem das häusliche Proben und Unterrichten genauso gehörte wie Konzerte der Eltern oder der Livemitschnitt in der Berliner Philharmonie. So war für Frauke Jörns die Musik schon früh zentraler Lebensinhalt.
Mit sechs Jahren erhielt Sie den ersten Cellounterricht und von ihrem 12. Lebensjahr an Klavierunterricht. Am Klavier erarbeitete sie sich bald ein umfangreiches solistisches Repertoire, wobei ihr Hauptinteresse von Beginn an der Klangfarbe galt. Ab 1988, während ihres pianistischen und instrumentalpädagogischen Studiums an der Musikhochschule Detmold verfeinerte sie ihre Gabe der ausgeprägten klanglichen Differenzierung bei Prof. Wilfried Kassebaum.
Schon während des Studiums unterrichtete Frauke Jörns als Klavierlehrerin an mehreren Musikschulen, in der Musikschule Kirchlengern in fester Anstellung. Die hier gewonnene Erfahrung vertiefte sie in Berlin, wo sie seit 1998 mit großem Erfolg als freischaffende Pianistin und Klavierpädagogin tätig ist. In ihrem Unterricht verfolgt sie einen ganzheitlichen Ansatz, um ihren SchülerInnen nicht nur das Klavierspiel in seiner ganzen technischen und ästhetischen Dimension zu vermitteln, sondern ihnen darin auch die Möglichkeit des persönlichen Ausdrucks und –in der Auseinandersetzung mit der Musik– eine echte Bereicherung ihres Lebens zu erschließen. Heute betreut sie eine große Klavierklasse, in der sie SchülerInnen auf Wettbewerbe begleitet und auf ein Hochschulstudium vorbereitet.
Bei der Erarbeitung musikalischer Werke, sei es als Pianistin oder Vermittelnde, sind für Frauke Jörns die Frage nach Essenz und Gehalt, der Botschaft der Komposition zentrale Leitlinie. Diese zu erkennen, dem historischen Stil entsprechend zum Klingen zu bringen und so nachschöpfend auch dem Konzertpublikum eindrücklich zu machen, ist ihr höchstes Ziel. Dafür nahm sie auch nach ihrem Studium an Meisterkursen teil und arbeitet heute noch mit PianistInnen wie Frau Prof. Renate Kretschmar-Fischer, Detmold, oder Herrn Prof. Roberto Szidon, Düsseldorf. Mit Letzterem veranstaltete sie 2008 einen eigenen einwöchigen Meisterkurs in ihren Berliner Räumen, an dem auch SchülerInnen ihrer Klasse teilnahmen.
Frauke Jörns hat ein starkes Interesse an der Zusammenarbeit mit zeitgenössischen KomponistInnen. Sie liebt es, Stücke ganz neu zu entdecken, noch frei von Spieltraditionen und Vergleichen. Sie fühlt sich in den Schaffensprozess des Werkes ein und tritt hier in engen Kontakt und Austausch mit den KomponistInnen, so dass sie schon eine Reihe von Werken, die ihr z.T. gewidmet worden sind, zur Uraufführung brachte. Ihr Vater Helge Jörns widmete ihr und ihrer Schwester Antje Jörns 1986 die Ballade „Von dem Mond, der den Esel hat weinen sehen“ für Flöte und Klavier, die sie 1987 im Wettbewerb „Jugend Musiziert“ uraufführten. 2002 widmete er ihr fünf Lieder für Klavier aus „Neun Septolen“. 2008 war im Rahmen eines Konzertes des Berliner Tonkünstlerverbandes die Uraufführung der zweiten seiner „Fünf Sonatinen 2004 für Klavier für seine Kinder und Kindeskinder“ von Frauke Jörns zu hören.
1996 widmete der Komponist Hans Josef Winkler, ihr und ihrer Duopartnerin, der Cellistin Elisabeth Wand, Variationen für Cello und Klavier, die beide 1997 im Rahmen eines gemeinsamen Werkstattkonzertes mit dem Komponisten an der Musikschule Kirchlengern uraufführten. Frauke Jörns spielte die Uraufführungen von Winklers „Traumraum“, „Toccata“, und „Sechs Illusionen“ für Klavier solo und veröffentlichte sie 2008 zusammen mit „Extrakte“ auf einer CD (Label 4:33). Im Sommer 2009 organisierte Frauke Jörns ein Gesprächskonzert mit der Komponistin Barbara Heller, geboren 1936, in dem sie selber neben zahlreichen SchülerInnen und anderen Profimusikerinnen auftrat.
Kammermusikalische Formationen bilden einen weiteren Schwerpunkt der Arbeit von Frauke Jörns. Regelmäßig veranstaltet sie große kammermusikalische Vortragsabende ihrer Klavierklasse zusammen mit der Flötenklasse ihrer Mutter, Rotraud Puschmann. In intensiver musikalischer Auseinandersetzung mit ihr, der Cellistin Elisabeth Wand, den Pianisten Frank Höngen und Larissa Polender und der Sängerin Jessica Hanf erarbeitet sie Konzertprogramme, die sie in Berlin und im ganzen Bundesgebiet zur Aufführung bringt. Dabei erstrecken sich die experimentierfreudigen Programme von Sonatenabenden und klassischen Liederabenden bis hin zum Chansonprogramm. Gerne bewegt sie sich auf der Grenze zwischen so genannter ernster und unterhaltsamer Musik, indem sie in ihren Konzertprogrammen klassisches Repertoire mit Werken von Astor Piazzolla, George Gershwin, Kurt Weill, Friedrich Hollaender oder Charlie Chaplin kombiniert.
Frauke Jörns lebt zusammen mit ihren beiden Kindern Caspar und Flora, dem Tonmeister Nikolaus Radeke und ihrer Schwester, der Schulmusikerin Almuth Jörns. Ihre Kinder treten seit Jahren erfolgreich auf Wettbewerben als PianistInnen auf. In diesem kreativem Umfeld wird gemeinsam musiziert, komponiert, Hauskonzerte veranstaltet und CDs mit eigenen Interpretationen und Kompositionen produziert.